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Sie sind selbstständig und benötigen Hilfe? So stellen Sie richtig ein

Als Freiberufler:in eigene Mitarbeiter:innen einstellen – das geht. Wir verraten Ihnen, wie das funktioniert und worauf Sie achten müssen.

Nicht jede:r erfüllt sich den Traum von der Selbstständigkeit. Nachvollziehbar: Immerhin sind Selbstständige nicht nur für ihr eigenes Zeitmanagement verantwortlich, sondern müssen auch sämtliche Unternehmensentscheidungen alleine treffen. Hinzu kommen tägliche, oft ganz banale To-dos, die sie alleine abarbeiten müssen. Da kann es durchaus vorkommen, dass man den Überblick verliert oder gar in Arbeit versinkt. Wichtig ist dann, dass Selbstständige dies erkennen und sich selbst eingestehen, dass sie Hilfe benötigen. Beispielsweise in Form eines:r eigenen Arbeitnehmer:in.

 

Denn natürlich können auch Freiberufler:innen, genau wie große Unternehmen, neue Mitarbeiter:innen beschäftigen. Entweder befristet oder unbefristet, in Teilzeit oder auch Vollzeit. Möchten Sie jedoch Ihren Status als Freiberufler:in nicht verlieren, dürfen Sie nicht zu viele Mitarbeiter:innen haben. Wie viele Fachkräfte Sie einstellen dürfen, hängt von Ihrer Branche ab. Zudem müssen Sie sicherstellen können, dass Sie – trotz Angestellter – Ihre Tätigkeit nach wie vor persönlich und eigenverantwortlich leitend erledigen. 

 

Die wichtigsten Fragen: Für welche Tätigkeit und wie finden?

Bevor Sie sich auf die Suche nach geeigneten Mitarbeiter:innen machen, sollten Sie sich zuerst darüber im Klaren sein, welche Tätigkeiten Sie abgeben möchten, beziehungsweise wofür genau Sie eine:n Angestellte:n suchen. Brauchen Sie nur jemanden, der Ihnen über einen gewissen Zeitraum den Rücken freihält, während Sie sich einem großen Projekt widmen? Oder benötigen Sie regelmäßig Hilfe bei der Büroarbeit? Oder sind Sie gar auf der Suche nach einer Person, die Ihnen bei einem großen Projekt unter die Arme greift und aktiv am Prozess beteiligt ist? Und vor allem: Wie viel wollen Sie für eine:n Angestellte:n ausgeben?

 

Sobald Sie diese Fragen geklärt haben, können Sie sich auf die Suche nach geeigneten Angestellten machen. Für eine fachliche Zusammenarbeit im Rahmen eines Projekts können gegebenenfalls bestimmte Fachkenntnisse notwendig sein. Für andere Bereiche hingegen, beispielsweise Schreib- oder Kommunikationsarbeit, sind keine besonderen Fähigkeiten nötig. Dementsprechend bieten sich unterschiedliche Zielgruppen an, aus denen Sie je nach Bedarf und eigenen Vorstellungen wählen können: Andere Freiberufler:innen, die zum aktuellen Zeitpunkt weniger ausgelastet sind, Student:innen (einer bestimmten Fachrichtung), Minijobber:innen oder auch Jobsuchende, die vielleicht nur eine geringfügige Beschäftigung suchen. Finden können Sie diese zum einen über Ihren Bekannten- oder Freundeskreis. Aber natürlich auch über Stellenanzeigen in lokalen Zeitschriften, über Aushänge in Universitäten und Fachhochschulen, über Minijob-Zentralen und natürlich Social Media. Unser Tipp: Fragen Sie unbedingt auch bei der Arbeitsagentur nach.

 

Die Zusammenarbeit mit freien Mitarbeitenden

Die höchste Flexibilität ermöglicht Ihnen die Zusammenarbeit mit einem freien Mitarbeiter beziehungsweise einer freien Mitarbeiterin. Hier geben Sie nur die Tätigkeit in Auftrag, die erledigt werden soll und bezahlen nur für die tatsächlich geleistete Arbeit. Basis sind hier meist im Vorfeld vereinbarte Stunden- oder Tagessätze. Der:die Freelancer:in stellt Ihnen am Ende eine Rechnung aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie sich weder um Sozialversicherung, Krankenversicherung, Kündigungsschutz, bezahlten Urlaub oder Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall kümmern müssen. Doch Vorsicht: Beschäftigen Sie andere Freiberufler:innen zu lange, können diese als scheinselbstständig bewertet werden. Um dem zu entgehen, muss ein:e Freelancer:in mindestens ein Sechstel des Jahresumsatzes mit anderen Aufträgen erwirtschaften. Andernfalls laufen Sie unter anderem Gefahr, nachträglich Sozialversicherungsbeiträge abführen zu müssen. Zudem müssen Sie beachten, dass freie Mitarbeiter:innen in der Regel gleichzeitig für mehrere Auftraggeber:innen tätig sind. Und durch die fehlende Kündigungsfrist können letztlich auch Freelancer:innen kündigen, wann sie wollen. Dadurch kann es zu Konflikten, Überschneidungen oder gar dem plötzlichen Ausscheiden des:r Mitarbeiter:in kommen.

 

Ist Ihnen diese Form der Beschäftigung zu heikel, können Sie sich Mitarbeiter:innen im Rahmen eines Minijobs "sichern". Die Angestellten bekommen dann einen begrenzten Lohn – meist bis zu 450 Euro im Monat – zu einem begrenzten Stundenkontingent. Zusätzlich zum Gehalt kommen auf Arbeitgeber:innen Sozialabgaben und Steuern von rund 30 Prozent zu. Die Kündigungsfrist beträgt in diesem Fall in der Regel einen Monat. Da Facharbeiter:innen auf 450-Euro-Basis nur sehr schwer zu finden sind, empfiehlt sich diese Art der Beschäftigung eher für administrative Aufgaben.

 

Festangestellte Mitarbeitende einstellen

Es ist bereits abzusehen, dass die angenommen Aufträge eine langfristige Auslastung mit sich bringen? Es trudeln immer mehr Projekte ein und Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Dann kann es sich auszahlen voll beschäftigte Mitarbeiter:innen einzustellen. Was Sie dabei nicht unterschätzen sollten, ist der finanzielle Aufwand, der damit einhergeht: Neben dem Bruttolohn sind Sie verpflichtet Sozial- und Versicherungsabgaben zu leisten. Zudem müssen Sie den Urlaubsanspruch und das Recht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall berücksichtigen. Hinzu kommt eine längere Kündigungsfrist sowie gegebenenfalls eine verbindlich vereinbarte Vertragslaufzeit. Was im ersten Moment viel klingt und vielleicht sogar gegen eine Einstellung spricht, rechnet sich in der Regel am Ende mehr, als immer wieder auf freie Mitarbeiter:innen zurückzugreifen.

 

Sie haben passende Bewerber:innen gefunden und wollen eine oder mehrere Personen fest anstellen? Dann vergessen Sie auf keinen Fall einen der nachfolgenden Punkte:

  • Einen Arbeitsvertrag als korrekten formalen Rahmen aufsetzen
  • Sofern Sie den ersten Mitarbeiter, die erste Mitarbeiterin anstellen: Eine Betriebsnummer bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen
  • Anmeldung der neuen Mitarbeiter:innen bei der Sozialversicherung
  • Anmeldung der neuen Mitarbeiter:innen bei der gesetzlichen Unfallversicherung

 

Auf unserem Blog finden Sie viele weitere informative Artikel rund ums Thema Selbstständigkeit. Wir erklären Ihnen beispielsweise, wie Sie eine Rechnung als Freiberufler erstellen oder was ein Dienstvertrag für Freiberufler:innen ist und was dieser enthalten muss. Zudem finden Sie bei uns praktische Einkaufslösungen für Selbstständige – zu Top-Preisen und in bester Qualität.

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