Ausgabenverwaltung

Lieferantenmanagement: Ein vollständiger Leitfaden für Beschaffungsteams

Wie Unternehmen Lieferanten systematisch steuern, Risiken reduzieren und Compliance sicherstellen.

Lieferantenmanagement umfasst den strukturierten Prozess zur Auswahl, Bewertung und Überwachung von Lieferanten sowie zur Zusammenarbeit mit ihnen. Ziel ist es, Risiken zu reduzieren, Compliance sicherzustellen und die Lieferfähigkeit langfristig abzusichern. Für Unternehmen mit Sitz oder Geschäftstätigkeit in Deutschland ist ein strukturiertes Lieferantenmanagement besonders relevant. Denn Audit-Anforderungen, interne Kontrollsysteme und regulatorische Vorgaben erfordern nachvollziehbare Prozesse, konsistente Daten und klare Verantwortlichkeiten über den gesamten Lieferantenlebenszyklus hinweg. Dieser Leitfaden zeigt wichtige Bausteine und bewährte Vorgehensweisen auf, mit denen Beschaffungsteams Lieferantenbeziehungen systematisch steuern und Transparenz sowie Kontrolle über Leistung, Risiko und Compliance hinweg sicherstellen können – für den nachhaltigen Unternehmenserfolg.
 

Was ist Lieferantenmanagement?

Lieferantenmanagement bezeichnet den ganzheitlichen Ansatz zur Steuerung von Lieferantenbeziehungen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Damit lassen sich Leistung, Risiko und Compliance transparent machen und aktiv steuern.
 

Lieferantenmanagement als strukturierter Lebenszyklus

Ein effektives, modernes Lieferantenmanagement folgt einem klar definierten Lebenszyklus. Dafür bewährt sich ein innovativer Ansatz im Einkauf: Beschaffungsteams betrachten den Lieferantenstamm nicht isoliert oder situativ, sondern steuern die Lieferanten gezielt und konsistent entlang wiederkehrender Phasen. Entscheidend ist dabei, dass jede Phase auf vordefinierten Kriterien, dokumentierten Entscheidungen und fundierten Daten basiert, um sie vergleichbar und nachvollziehbar zu machen. Lieferantenmanagement wird so zu einem steuerbaren, prüfbaren Prozess mit klarer Governance.

 

Ein solcher Lebenszyklus umfasst typischerweise die folgenden Phasen:

 

  • Lieferantenidentifikation und Auswahl geeigneter Lieferanten

  • Qualifizierung und formale Zulassung

  • Onboarding und operative Einbindung

  • Laufende Leistungssteuerung und Risikomanagement

  • Regelmäßige Bewertung, Weiterentwicklung oder Beendigung der Zusammenarbeit

 

Dieser Ansatz macht deutlich, dass strategisches Lieferantenmanagement kein einmaliger Vorgang ist, sondern eine kontinuierliche Managementaufgabe. Diese Aufgabe erfordert klare Beschaffungsprozesse, verlässliche Daten und eindeutig definierte Verantwortlichkeiten über den gesamten Lieferantenlebenszyklus hinweg.
 

Warum Lieferantendaten und Performance-Transparenz entscheidend sind

In vielen Organisationen sind Lieferantendaten historisch gewachsen und über mehrere Systeme verteilt. Stammdaten befinden sich im ERP, Verträge in separaten Ablagen, Leistungsbewertungen in Tabellen, Risikoeinschätzungen in Präsentationen. Diese Fragmentierung erschwert eine ganzheitliche Sicht und führt dazu, dass Entscheidungen häufig auf unvollständigen oder nicht konsistenten Informationen basieren. Gleichzeitig steigt der manuelle Aufwand, um Daten für interne Abstimmungen, Prüfungen oder Managementberichte zusammenzuführen. Dadurch wird Lieferantenmanagement weniger steuerbar und anfälliger für operative und regulatorische Risiken.

 

Zentrale, konsistente Lieferantendaten schaffen die Grundlage für Transparenz und ermöglichen insbesondere:

 

  • Eine einheitliche Bewertung aller aktiven Lieferanten

  • Die Vergleichbarkeit von Leistung und Risiko über Warengruppen und Organisationseinheiten hinweg

  • Eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Lieferantenaudits, Eskalationen und Managementberichte

 

Ohne diese Transparenz bleibt Lieferantenmanagement reaktiv, stark personenabhängig und mit erhöhtem Risiko verbunden. Denn Abweichungen, Risiken oder Leistungsprobleme werden häufig erst erkannt, wenn sie bereits operative Auswirkungen haben.
 

Verbindung zu Beschaffung, Sourcing und Vertragsmanagement

Lieferantenmanagement ist eng mit strategischer Beschaffung, Sourcing und Vertragsmanagement verknüpft. Entscheidungen aus Ausschreibungen, Verhandlungen und Vertragsabschlüssen definieren die Rahmenbedingungen für Leistung, Risiko und Steuerbarkeit über die gesamte Laufzeit einer Lieferantenbeziehung hinweg. Gleichzeitig bestimmen vertraglich festgelegte Leistungskennzahlen, Eskalationsmechanismen und Laufzeiten, wie effektiv sich ein Lieferant im operativen Betrieb monitoren lässt.

 

Umgekehrt liefern Leistungs-, Kosten- und Risikodaten aus dem laufenden Lieferantenmanagement wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Sourcing-Strategien und Neuvergaben. Sie machen sichtbar, welche Lieferanten stabil liefern, wo Risiken auftreten und welche Vertragsmodelle sich in der Praxis bewähren. Ohne diese Rückkopplung bleibt strategische Beschaffung weitgehend vergangenheitsorientiert und verliert an Steuerungswirkung.
 

Warum Lieferantenmanagement wichtig ist

Lieferantenmanagement ist heute ein zentrales Instrument zur Steuerung von Risiko, Compliance und operativer Leistungsfähigkeit. Es schafft die notwendige Transparenz, um regulatorische Anforderungen nachvollziehbar zu erfüllen und interne Kontrollmechanismen umzusetzen. Gleichzeitig ermöglicht es Beschaffungsteams, lieferantenbezogene Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten und über definierte Maßnahmen zu steuern. Darüber hinaus bildet ein strukturiertes Lieferantenmanagement die Grundlage für stabile operative Abläufe. So lassen sich Leistungsabweichungen frühzeitig erkennen und adressieren, bevor sie sich auf Kosten, Qualität oder Lieferfähigkeit auswirken.
 

Regulatorischer Druck und Audit-Erwartungen steigen

Unternehmen in Deutschland sehen sich mit zunehmenden Anforderungen konfrontiert, unter anderem durch:

 

  • Interne Kontrollsysteme

  • Lieferkettensorgfaltspflichten

  • Branchenspezifische Regulierungen

  • Anforderungen externer Wirtschaftsprüfungen

 

Diese Anforderungen betreffen nicht nur formale Nachweise, sondern zunehmend auch die Wirksamkeit von Prozessen und Kontrollen im Lieferantenmanagement. Beschaffungsteams müssen daher in der Lage sein, Entscheidungen, Bewertungen und Maßnahmen über den gesamten Lieferantenlebenszyklus hinweg konsistent zu dokumentieren und nachvollziehbar darzustellen. Audits erfordern Antworten auf diese Fragen: Warum wurde ein Lieferant ausgewählt? Wie wird die Leistung überwacht? Wie werden Risiken identifiziert und adressiert? Ein strukturiertes Lieferantenmanagement liefert die dafür erforderliche Transparenz und Dokumentationsfähigkeit.
 

Supply-Chain-Resilienz und Geschäftskontinuität sichern

Globale Krisen, geopolitische Spannungen oder logistische Engpässe haben gezeigt, wie anfällig Lieferketten sein können. Gleichzeitig zeigen aktuelle Branchendaten, dass 40 % der Unternehmen im deutschen Sprachraum noch keine spezifischen Kennzahlen zur Messung von Versorgungssicherheit oder Lieferkettenresilienz etabliert haben, was eine vorausschauende Steuerung zusätzlich erschwert. Organisationen mit transparentem Lieferantenmanagement können in diesem Umfeld schneller und gezielter reagieren, da sie:

 

  • Kritische Lieferanten identifizieren

  • Abhängigkeiten bewerten

  • Alternativen vorbereiten

 

Entscheidend ist, dass diese Informationen nicht erst im Krisenfall erhoben werden, sondern jederzeit in gepflegter und aktualisierter Form vorliegen. Nur so lassen sich fundierte Entscheidungen treffen, wenn Ihr Beschaffungsteam kurzfristig handeln muss. Wer resilient sein will, braucht deshalb eine strukturierte Steuerung und eine vorausschauende Planung im Lieferantenmanagement.
 

Lieferantenbezogene Risiken frühzeitig erkennen

Lieferantenbezogene Risiken umfassen unter anderem:

 

  • Finanzielle Instabilität

  • Leistungs- oder Qualitätsprobleme

  • Verstöße gegen interne Richtlinien oder externe Vorgaben

 

Diese Risiken wirken sich häufig nicht isoliert aus, sondern entlang operativer Prozesse, etwa durch Lieferverzögerungen, Qualitätsmängel oder Compliance-Verstöße. Ein systematisches operatives Lieferantenmanagement schafft die Voraussetzung, Risiken kontinuierlich zu bewerten, Prioritäten zu setzen und geeignete Steuerungsmaßnahmen abzuleiten. So können Beschaffungsteams frühzeitig eingreifen, bevor Risiken zu Störungen im operativen Geschäft oder zu regulatorischen Konsequenzen führen.
 

Der Lebenszyklus beim Lieferantenmanagement

Der Lieferantenmanagement-Lebenszyklus bildet den strukturellen Rahmen für eine durchgängige, nachvollziehbare Steuerung von Lieferantenbeziehungen von der ersten Auswahl bis zur Beendigung der Zusammenarbeit. Er stellt sicher, dass alle relevanten Phasen miteinander verknüpft sind und Informationen, Bewertungen und Entscheidungen systematisch weitergegeben werden, statt isoliert in einzelnen Prozessschritten zu verbleiben.

 

Ein klar strukturierter Lebenszyklus ist die Grundlage für konsistentes Lieferantenmanagement.
 

Lieferanten-Onboarding und Due Diligence

Supplier-Onboarding und Due Diligence bilden gemeinsam die Grundlage für eine kontrollierte und regelkonforme Zusammenarbeit mit den passenden Lieferanten. Bereits vor Beginn der operativen Zusammenarbeit sollten neue Lieferanten strukturiert geprüft werden, um potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren und fundierte Entscheidungen auf Basis einheitlicher Kriterien zu ermöglichen. Eine systematische Due Diligence schafft zudem die Grundlage für das spätere Lieferantenmanagement und stellt sicher, dass Auswahl- und Freigabeentscheidungen auch rückblickend nachvollziehbar sind.
 

Checkliste: Lieferanten-Onboarding und Due Diligence

  • Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Lieferanten prüfen

  • Erforderliche Bescheinigungen, Zulassungen oder Zertifikate einholen und validieren

  • Sicherstellen, dass der Lieferant die internen Vorgaben der Organisation einhält

  • Den Lieferanten anhand definierter Kriterien wie Ausgabenvolumen, Substituierbarkeit oder Abhängigkeit einer Risikoklasse einstufen

  • Alle Prüfergebnisse, Freigaben und Entscheidungsgrundlagen zentral und vollständig dokumentieren
     

Laufende Leistungsüberwachung

Nach dem Vertragsstart ist kontinuierliche Überwachung entscheidend. Ziel ist es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Eine strukturierte Leistungsüberwachung stellt sicher, dass vertraglich vereinbarte Anforderungen systematisch überprüft werden und nicht erst im Eskalationsfall sichtbar werden. Gleichzeitig schafft sie Transparenz darüber, ob Leistungsprobleme einmalige Abweichungen oder wiederkehrende Muster darstellen, die eine Anpassung der Zusammenarbeit erfordern.
 

Scorecards und strukturierte Feedbackschleifen

Scorecards fassen relevante Leistungskennzahlen zusammen und dienen als Grundlage für regelmäßige Gespräche. Sie ermöglichen eine sachliche, datenbasierte Kommunikation mit Lieferanten. Durch die Standardisierung von Kennzahlen und Bewertungslogiken lassen sich Leistungen über Zeiträume hinweg vergleichen und Entwicklungen nachvollziehbar dokumentieren. Strukturierte Feedbackschleifen unterstützen zudem eine frühzeitige Abstimmung zu Abweichungen und schaffen eine gemeinsame Basis für kontinuierliche Verbesserungen.
 

Vertragsverlängerung oder Offboarding

Am Ende eines Vertrags oder bei anhaltenden Problemen muss entschieden werden, ob die Zusammenarbeit verlängert, angepasst oder beendet wird. Auch das Offboarding sollte klar geregelt sein, um Risiken zu minimieren. Eine fundierte Entscheidungsfindung setzt voraus, dass Leistungs-, Kosten- und Risikodaten über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg konsistent erfasst werden. Ein strukturiertes Offboarding stellt sicher, dass offene Verpflichtungen geregelt, Zugriffe beendet und Abhängigkeiten aufgelöst werden, ohne den operativen Betrieb zu beeinträchtigen.
 

Hinweis für Beschaffungsteams

Eine zentrale, verlässliche Quelle für Lieferanteninformationen verbessert Übersicht und Governance. Viele Organisationen nutzen konsolidierte Beschaffungslösungen, um Lieferantendaten, Bestellungen und Ausgaben zentral zu steuern. Amazon Business kann hier als Beispiel für eine solche Zentralisierung dienen.
 

Lieferantenleistung messen: KPIs und Steuerungslogik

Kennzahlen sichern hohe Qualitätsstandards. Sie machen Leistung, Kosten und Risiken messbar und ermöglichen es Beschaffungsteams, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist dabei nicht die Anzahl der Kennzahlen, sondern deren Relevanz, Konsistenz und regelmäßige Nutzung im operativen und strategischen Kontext, um hohe Qualität zu sichern.

 

Für den langfristigen Erfolg ist es sinnvoll, die KPIs an die zentralen Ziele des Lieferantenmanagements anzupassen: operative Leistungsfähigkeit sicherstellen, wirtschaftlichen Mehrwert bewerten und Risiken frühzeitig identifizieren.
 

Operative Leistungskennzahlen: Qualität, Lieferung und Erfüllung

Operative Leistungskennzahlen bilden die Basis für die tägliche Steuerung von Lieferantenbeziehungen. Sie geben Aufschluss darüber, ob Lieferanten ihre vertraglich vereinbarten Leistungen zuverlässig erbringen, und dienen der Qualitätssicherung.

 

Zu den häufigsten operativen KPIs zählen:

 

  • Die Termintreue misst, inwieweit Lieferungen zum vereinbarten Zeitpunkt erfolgen, und ist ein zentraler Indikator für die Planbarkeit und Stabilität eines Lieferanten.

  • Die Lieferqualität erfasst, ob gelieferte Waren oder Leistungen den vereinbarten Qualitätsanforderungen entsprechen, etwa anhand von Mängelquoten oder Qualitätsfreigaben.

  • Die Reklamationsquote zeigt, wie häufig es zu Beanstandungen kommt, und liefert Hinweise auf systematische Qualitäts- oder Prozessprobleme.

  • Der Erfüllungsgrad beschreibt, in welchem Umfang Lieferungen vollständig und korrekt erfolgen, und ist besonders relevant für die Sicherstellung operativer Abläufe.
     

Kosten- und Wertkennzahlen: Wirtschaftlichkeit ganzheitlich bewerten

Neben der operativen Leistung spielt die wirtschaftliche Bewertung eine zentrale Rolle im Lieferantenmanagement. Ein rein preisfokussierter Ansatz reicht jedoch nicht aus, da er wesentliche Kosten- und Werttreiber ausblendet.

 

Zu den relevanten Kosten- und Wertkennzahlen zählen unter anderem:

 

  • Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit: Diese Kennzahl berücksichtigt neben dem Einkaufspreis auch Zusatzkosten, etwa für Logistik, Nacharbeit oder Sonderabwicklungen, und ermöglicht eine realistische Wirtschaftlichkeitsbewertung.

  • Prozesskosten: Sie erfassen den internen Aufwand für Bestellung, Abstimmung, Reklamation oder Eskalation und machen sichtbar, welche Lieferanten überdurchschnittliche Ressourcen binden.

  • Einsparbeiträge: Einsparungen aus Verhandlungen, Prozessverbesserungen bei der Beschaffung oder Mengenbündelungen werden systematisch erfasst, um den Wertbeitrag eines Lieferanten transparent darzustellen.
     

Risikoindikatoren und Frühwarnsignale: Probleme frühzeitig erkennen

Neben Leistung und Kosten ist die systematische Erfassung von Risiken essenziell. Risikoindikatoren dienen als Frühwarnsystem und helfen, potenzielle Störungen zu erkennen, bevor sie operative oder regulatorische Auswirkungen haben.

 

Typische Frühindikatoren im Lieferantenmanagement sind:

 

  • Wiederholte Lieferverzögerungen

  • Ungewöhnliche Vertragsänderungen

  • Negative externe Meldungen

 

Entscheidend ist, dass Risikoindikatoren nicht isoliert, sondern in Verbindung mit Leistungs- und Kostendaten ausgewertet werden. So entsteht ein ganzheitliches Bild der Lieferantenbeziehung, das Beschaffungsteams ermöglicht, Risiken zu priorisieren und gezielt Maßnahmen einzuleiten.
 

Tools und Technologien zur Unterstützung des Lieferantenmanagements

Technologie ersetzt keine Governance, kann diese aber unterstützen. Digitale Werkzeuge helfen dabei, Prozesse zu standardisieren, Informationen organisationsweit verfügbar zu machen und Daten konsistent zu erfassen und zu analysieren. Wichtig ist, dass eingesetzte Technologien bestehende Steuerungsmodelle ergänzen und nicht isoliert neben etablierten Prozessen betrieben werden.
 

Lieferantenportale und Zusammenarbeit

Digitale Lieferantenportale erleichtern den strukturierten Austausch von Dokumenten, Leistungsdaten und Feedback. Sie reduzieren manuelle Aufwände, vermeiden Medienbrüche und erhöhen die Aktualität sowie Verlässlichkeit von Informationen. Darüber hinaus unterstützen Portale eine klare Rollen- und Rechtevergabe, sodass Lieferanten nur auf relevante Inhalte zugreifen und Verantwortlichkeiten eindeutig geregelt sind. Für Beschaffungsteams entsteht so eine zentrale Kommunikations- und Dokumentationsbasis, die operative Abstimmungen und Leistungsdialoge erleichtert.
 

Risikobewertung und Monitoring

Automatisierte Bewertungen unterstützen eine konsistente Einschätzung von Lieferantenrisiken über unterschiedliche Warengruppen und Organisationseinheiten hinweg. Sie ermöglichen es, definierte Kriterien systematisch anzuwenden und Veränderungen im Risikoprofil frühzeitig sichtbar zu machen. Wichtig ist dabei die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse, da Risikobewertungen häufig als Entscheidungsgrundlage für Eskalationen, Vertragsanpassungen oder Prüfungen dienen. Transparente Bewertungslogiken stärken die Akzeptanz der Ergebnisse bei internen Stakeholdern.
 

Integration mit ERP- und Beschaffungsdaten

Die Verknüpfung von Lieferantendaten mit Einkaufs-, Vertrags- und Rechnungsinformationen schafft eine ganzheitliche Sicht auf Leistung, Kosten und Risiken. Dadurch lassen sich Lieferantenbeziehungen nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ bewerten. Einige Organisationen integrieren in diesem Kontext auch den Amazon Business Store in ihre Beschaffungsarchitektur, um Lieferanteninformationen, Bestellungen und Ausgaben zentral sichtbar zu machen. Eine solche Integration unterstützt datenbasierte Entscheidungen, ohne bestehende ERP-Strukturen zu ersetzen.
 

Best Practices für Lieferantenmanagement

Erfolgreiche Organisationen folgen klaren, über Einzelmaßnahmen hinausgehenden Prinzipien und begreifen Lieferantenmanagement als dauerhaftes Steuerungssystem. Entscheidend ist dabei die konsequente Umsetzung standardisierter Prozesse, klarer Verantwortlichkeiten und einer belastbaren Datenbasis. Diese Best Practices haben sich insbesondere in Organisationen mit hohen Compliance- und Transparenzanforderungen bewährt.
 

Standardisierte Prozesse und Dokumentation

Einheitliche Abläufe sorgen für Vergleichbarkeit und reduzieren Abhängigkeiten von Einzelpersonen. Darüber hinaus stellen standardisierte Prozesse sicher, dass Lieferanten unabhängig von Warengruppe oder Organisationseinheit nach denselben Kriterien bewertet und gesteuert werden. Die Anbindung an eine weithin etablierte und vertraute Plattform wie Amazon Business erleichtert den Einstieg erheblich: Bekannte Benutzeroberflächen und Einkaufslogiken ermöglichen ein schnelles Onboarding und fördern die Akzeptanz neuer Prozesse im Arbeitsalltag. 

 

Eine konsistente Dokumentation stellt sicher, dass Entscheidungen, Bewertungen und Freigaben auch rückblickend nachvollziehbar bleiben – etwa im Rahmen von Audits oder internen Prüfungen. Standardisierung bildet damit die Grundlage für Skalierbarkeit, Effizienz und Prüfbarkeit im Lieferantenmanagement.
 

Klare Rollen, Richtlinien und Compliance-Kontrollen

Lieferantenmanagement erfordert klare Zuständigkeiten, um Steuerungslücken zu vermeiden. Neben der formalen Rollenverteilung ist entscheidend, dass Verantwortlichkeiten für Auswahl, Freigabe, Überwachung und Eskalation eindeutig definiert und in Richtlinien verankert sind. Wirksame Compliance-Kontrollen stellen sicher, dass diese Vorgaben nicht nur dokumentiert, sondern im operativen Alltag tatsächlich eingehalten werden. So lassen sich Abweichungen frühzeitig erkennen und systematisch adressieren, bevor sie regulatorische oder operative Auswirkungen haben.
 

Zentrale Lieferanteninformation als Steuerungsgrundlage

Eine zentrale Datenbasis verbessert Qualität, Transparenz und Entscheidungsfähigkeit. Sie stellt sicher, dass Stammdaten, Leistungskennzahlen, Risikobewertungen und Dokumente konsistent gepflegt und organisationsweit verfügbar sind. Dadurch werden manuelle Abstimmungen reduziert und Entscheidungen auf Basis aktueller, einheitlicher Informationen getroffen. Zentralisierte Lieferanteninformationen sind zudem eine wesentliche Voraussetzung für aussagekräftige Berichte an Management, Compliance oder Revision.
 

Checkliste: Best Practices im Lieferantenmanagement

  • Einheitliche Prozesse definieren, die für alle Lieferanten und Organisationseinheiten verbindlich gelten

  • Rollen und Verantwortlichkeiten dokumentieren, einschließlich Eskalations- und Entscheidungswegen

  • Regelmäßige Leistungs- und Risikobewertungen etablieren, die systematisch durchgeführt und nachgehalten werden

  • Lieferanteninformationen zentral verfügbar machen, um Transparenz, Vergleichbarkeit und Auditfähigkeit sicherzustellen
     

Fazit: Lieferantenmanagement als Steuerungsinstrument

Lieferantenmanagement spielt eine wichtige Rolle bei moderner Beschaffung. Es unterstützt Compliance, reduziert Risiken und stärkt die Resilienz von Lieferketten. Organisationen, die Lieferantenbasis und Lieferantenintegration systematisch über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg steuern, schaffen Transparenz und Handlungsfähigkeit. Sie können außerdem gezielt Kosteneinsparungen realisieren und die Effizienz steigern, ohne operative oder regulatorische Risiken zu erhöhen. Gleichzeitig entsteht eine belastbare Grundlage, um Entscheidungen gegenüber internen und externen Stakeholdern nachvollziehbar zu begründen und Prüfungsanforderungen sicher zu erfüllen.


Ein strukturierter Ansatz, ergänzt durch geeignete Werkzeuge und zentrale Datenquellen, hilft Beschaffungsteams, Lieferantenbeziehungen konsistent, regelkonform und zukunftssicher zu halten. Klare Prozesse, definierte Verantwortlichkeiten und konsistente Leistungs- und Risikobewertungen stärken die Governance und reduzieren Abhängigkeiten von Einzelpersonen oder informellen Abläufen. So wird sichergestellt, dass Beschaffungsteams dauerhaft mit den richtigen Lieferanten zusammenarbeiten und sich Wettbewerbsvorteile sichern. Unterstützende Lösungen wie Amazon Business können dabei helfen, Transparenz und Kontrolle im Beschaffungsumfeld zu verbessern, ohne die Verantwortung aus der Hand zu geben.

Vereinfachen Sie Ihre Beschaffung mit Amazon Business